Arbeit poor. Unterwegs in der Dienstleistungsgesellschaft by Barbara Ehrenreich

By Barbara Ehrenreich

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Großmutters Schuhe (Roman)

Eine »Familienfeier« gerät zur Generalabrechnung - eigenwillig und wunderbar erzählt. »Diese Familie braucht kein Oberhaupt mehr, weil sie nämlich mit diesem Tag aufgehört hat, eine Familie zu sein, die Nabe ist aus dem Rad gefallen, die Speichen spritzen in alle Richtungen. « Urenkel David benennt exakt und wenig schmeichelhaft, used to be er von seiner Sippschaft hält.

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Das war doch keine Antwort. « »Vielleicht hat er auch einen schlechten Tag«, versuche ich zu präzisieren, nicht weil ich mich verpflichtet fühle, die weiße Rasse zu verteidigen, sondern weil ihr die Verletzung ins Gesicht geschrieben steht. « Mit dieser hilfreichen Information im Kopf steuere ich meinen Trailer Nr. 46 an, schlucke vier Actren-Tabletten (diesmal die Markenpillen), dusche im Bücken (um in die Duschkabine zu passen) und versuche, mich für die bevorstehende Schicht ein bißchen auszuruhen.

Ich könnte jetzt meine idyllischen Träume über proletarische Solidarität weiterspinnen, aber dem stehen zwei Faktoren entgegen. Der eine ist das Management. Ich habe dieses Thema bisher nur am Rande erwähnt, weil ich noch heute bei dem Gedanken zusammenzucke, daß ich während all dieser Wochen der Aufsicht von Männern (und später von Frauen) unterworfen war, deren Job darin besteht, mein Verhalten auf Anzeichen von Faulheit, Diebstahl, Drogenmißbrauch oder noch Schlimmerem zu beobachten. Ich will damit nicht sagen, daß der Manager und speziell der »assistant manager« in einem Niedriglohnbetrieb in Florida der Inbegriff des Klassenfeinds wäre.

Das gilt für die gesamte Multi-KultiTruppe der Köche, der Tellerwäscher, die hier durchweg Tschechen sind, und der einheimischen Serviererinnen, die zusammen eine Atmosphäre produzieren, die Sauerstoff nur als eher seltenen Schadstoff enthält. Als ich an meinem ersten Morgen bei Jerry’s ein hypoglykämisches Muskelzittern verspüre, klage ich einer Kollegin mein Leid und frage, wie sie es so lange ohne Essen aushält. »Und ich verstehe nicht, wie du es so lange ohne Zigarette aushältst«, antwortet sie in vorwurfsvollem Ton.

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