Der Spion, der aus der Kälte kam. by John le Carre

By John le Carre

Show description

Read Online or Download Der Spion, der aus der Kälte kam. PDF

Best german_1 books

Großmutters Schuhe (Roman)

Eine »Familienfeier« gerät zur Generalabrechnung - eigenwillig und wunderbar erzählt. »Diese Familie braucht kein Oberhaupt mehr, weil sie nämlich mit diesem Tag aufgehört hat, eine Familie zu sein, die Nabe ist aus dem Rad gefallen, die Speichen spritzen in alle Richtungen. « Urenkel David benennt exakt und wenig schmeichelhaft, used to be er von seiner Sippschaft hält.

Additional info for Der Spion, der aus der Kälte kam.

Sample text

Er kaufte einige Lampenschirme, um die Glühbirnen abzudecken, und zwei Paar Laken anstelle des Sackleinens, mit dem der Hausherr die Betten überzogen hatte. Den Rest tolerierte Leamas: die Blumenmustervorhänge, die weder eingefaßt noch eingesäumt waren, die braunen, abgenützten Teppiche und die plumpen Möbel aus dunklem Holz, die aus einer Seemannsherberge zu stammen schienen. Aus einem gelben, zerfallenen Badeofen erhielt er für einen Shilling heißes Wasser. Er brauchte Arbeit. Er hatte überhaupt kein Geld mehr.

Sie haßten ihn, weil er das war, was jeder heimlich zu sein wünschte: ein Geheimnis. Er bewahrte einen deutlich spürbaren Teil seiner Persönlichkeit vor dem Zugriff der Gefängnisgemeinschaft, indem er sich auch in sentimentalen Augenblicken nicht dazu hinreißen ließ, über sein Mädchen, seine Familie oder seine Kinder zu sprechen. Die anderen wußten nichts von Leamas. Sie warteten darauf, daß er sich ihnen anvertraute, aber er kam nicht zu ihnen. Es gibt im großen und ganzen nur zwei Arten von Neulingen im Gefängnis, die einen sind von Scham, Furcht oder Schock in einen Zustand des starren Schrecks versetzt, in dem sie darauf warten, in die Lehre des Gefängnislebens eingeführt zu werden, während die anderen mit ihrer elenden Neuheit hausieren gehen, um sich bei der Gemeinschaft einzuschmeicheln.

Die Berichterstattung war angemessen, aber nicht übertrieben ausführlich. 60 6 KONTAKT Nachts lag er auf seiner Pritsche und hörte auf die Laute der Häftlinge: das heimliche Schluchzen eines jungen Burschen und den Gesang eines alten Zuchthäuslers, der auf seinem Blechnapf den Takt dazu schlug. Ein Wärter schrie nach jedem Vers: »Halt´s Maul, George, du alter Schurke«, aber niemand nahm Notiz davon. Dann war ein Ire da, der Lieder über den Freiheitskampf sang, obgleich die anderen sagten, er sei wegen Vergewaltigung eingesperrt.

Download PDF sample

Rated 4.07 of 5 – based on 12 votes